Markus Pausch

ist Politikwissenschaftler und Autor sowie Inhaber der Firma Eurodempa e.U.- European Democracy Projects.

Themenschwerpunkte

Mein Hauptinteresse gilt seit Beginn meines Studiums in den 1990er Jahren Fragen der Demokratie und der Partizipation in Theorie und Praxis, der Demokratie als Staats- und Regierungsform einerseits und als Methode sozialer Interaktion andererseits sowie ihrer Ausformungen und Defizite im europäischen Mehrebenensystem, darüber hinaus der Europäischen Union, ihren Entwicklungsschritten und ihrer Demokratisierung.

Neben diesen Schwerpunkten beschäftige ich mich in den letzten Jahren u.a. mit den Themen Migration, Lebensqualität, soziale/demokratische Innovation und Innovationsakzeptanz (mit Rückgriff auf Joseph A. Schumpeter).

In meiner Arbeit über Demokratie gehe ich davon aus, dass der Mensch von Natur aus nach Freiheit strebt, gleichzeitig aber auch ein Bedürfnis nach Sicherheit und Konformität hegt. Die Demokratie als Regierungs- und als Lebens- oder Interaktionsform muss in erster Linie die gleiche Freiheit der Individuen ermöglichen.

Revoltieren und Nein sagen zu können, ohne sanktioniert zu werden, in Widerspruch und Dialog eintreten sowie Zweifel und Kritik äußern zu können, sind die wesentlichen Voraussetzungen für Demokratie. Diese Voraussetzungen werden in demokratischen Staaten und Organisationen über Parlamente oder andere Gremien institutionalisiert und gelten im zwischenmenschlichen Bereich als Merkmale gleichberechtigter und herrschaftsfreier Kommunikation. Ihr Gegenteil sind diktatorische, autoritäre Formen des Regierens bzw. des zwischenmenschlichen Umgangs.

Eine meiner Thesen dazu lautet, dass wir in unseren alltäglichen Lebenswelten, in Schulen, Unternehmen usw. keine adäquate und ausreichende Übersetzung demokratischer Prinzipien vorfinden. Die Grundannahmen habe ich in einem Artikel in Leviathan – Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft dargelegt. Derzeit arbeite ich an einem Buch Demokratie als Revolte, das 2017 erscheint.

In meiner Diplomarbeit mit dem Titel „Joseph Schumpeters Demokratietheorie und die spanische Transition“ (in einer Kurzfassung veröffentlicht in der Schriftenreihe des Salzburger Instituts für Politikwissenschaft 2001) habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob die Schumpeter’sche Theorie der Demokratie als reine Methode zur Elitenauswahl auf den empirischen Fall der spanischen transición von der Franco-Diktatur zur Demokratie anwendbar ist. Schumpeters Theorie, die in der Zwischenkriegszeit entstand, hat die Zivilgesellschaft in der modernen Demokratie unterschätzt und weitgehend ausgeklammert.

Auch im Fall Spaniens, der als elitengeleiteter Übergang gilt, spielten zivilgesellschaftliche Akteure allerdings eine bedeutende Rolle. Neben seiner einflussreichen Demokratietheorie hat Schumpeter ganz maßgeblich den Begriff „Innovation“ geprägt. Dabei interessiert mich v.a. wie Innovationen entstehen, welche demokratische Legitimationsbasis sie benötigen und wie man Innovationsakzeptanz erreichen kann.

In meiner Dissertation über die Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit habe ich die Voraussetzungen für eine Demokratisierung der EU untersucht. Die Arbeit wurde 2008 unter dem Titel „Europas vergessene Öffentlichkeit: Perspektiven einer Demokratisierung der Europäischen Union“ im Peter Lang Verlag veröffentlicht: „Die Demokratisierung der Europäischen Union hängt eng mit der Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit zusammen. Auf dem Weg zu einer solchen gibt es aber bedeutende Hindernisse und stets neue Rückschläge.

Der Autor beschreibt, wie das Vergessen der europäischen Öffentlichkeit nach und nach zu einem Demokratie- und Legitimationsdefizit der EU geführt hat. Dabei analysiert er die politische und akademische Verfassungsdebatte, vergleicht die Berichterstattung verschiedener Medien über Europa und untermauert durch Interviews die Probleme der europäischen Parteien und Interessengruppen. Am Ende steht die Einschätzung, dass es bis heute an den Voraussetzungen mangelt und dass die europäische Öffentlichkeit mit dem Vertrag von Lissabon wiederum in Vergessenheit geraten ist.“

Lebensqualität und Innovation im Bundesland Salzburg (FH Salzburg; Projektleiter)

Forschungsprojekt der FH Salzburg, gefördert vom Bundesland Salzburg, zur Entwicklung einer Indikatorik für regionales Well-Being und Innovation, 2014-2016.

Zukunft der Migration (FH Salzburg; Projektleiter)

Forschungsprojekt der FH Salzburg, im Auftrag des Österreichischen Bundesministeriums für Inneres (Migrationsrat unter Vorsitz von Prof. Paul Lendvai), 2015.

Politische Partizipation im Bundesland Salzburg (FH Salzburg; Koordination des Arbeitspakets)

Arbeitspaket des ZfZ-Projekts Salzburg 2025, gefördert vom Bundesland Salzburg, 2011-2014.

WOMIG: Die Wohnsituation von Menschen mit Migrationshintergrund im Bundesland Salzburg (FH Salzburg; Projektleiter)

Forschungsprojekt, gefördert von der AK Salzburg, 2014.

The Future of Europe

Eigenprojekt: Studie zu den Europawahlen und Zukunfts-Szenarien der Europäischen Union, u. a. mit einer Umfrage unter EU-Abgeordneten zu den Themen Demokratisierung und Sozialpolitik in Europa. Herausgabe eines Special Issue des European Journal of Futures Research: www.ejfr.eu, 2014.

MMWD: Making Migration Work for Development (FH Salzburg, Coordinator Work Package 3)

EU-Projekt mit Szenarien über die demographische Entwicklung und die Integration von MigrantInnen in den Regionen Südosteuropas, von Österreich über Italien und den Balkan bis Griechenland. Erstellung von Migrations- und Policy-Szenarien für die Stadt Wien, 2012-2014.

Evaluationsprojekt Gesundes Salzburg 2010 (FH Salzburg)

Evaluation des Projekts Gesundes Salzburg 2010 (Projektleitung: AVOS, gef. vom Fonds Gesundes Österreich), 2008 – 2010.

Evaluationsprojekt Fit fürs Leben (FH Salzburg)

Evaluation des Projekts Fit fürs Leben (Projektleitung ASKÖ, gef. vom Fonds Gesundes Österreich), 2009 – 2010.

The Referenda on the European Constitution (EIF, Österr. Akademie der Wissenschaften; Projektleiter)

Forschungsprojekt am Institut für Europäische Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, gefördert vom BMWF, 2004 – 2006.

EUFLEX – Flexible Integration im Bereich GASP/ESVP (Universität Salzburg, Projektmitarbeiter)

Forschungsprojekt der Universität Salzburg und des Instituts für Europäische Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2004.