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Markus Pausch
Demokratie-Partizipation-Europa
Forschung

Markus Pausch ist Politikwissenschaftler und Autor sowie Inhaber der Firma Eurodempa e.U.- Forschung und Beratung

 

Themenschwerpunkte:

Mein Hauptinteresse gilt seit Beginn meines Studiums in den 1990er Jahren Fragen der Demokratie und der Partizipation in Theorie und Praxis, der Demokratie als Staats- und Regierungsform einerseits und als Methode sozialer Interaktion andererseits sowie ihrer Ausformungen und Defizite im europäischen Mehrebenensystem, darüber hinaus der Europäischen Union, ihren Entwicklungsschritten und ihrer Demokratisierung. Neben diesen Schwerpunkten beschäftige ich mich in den letzten Jahren u.a. mit den Themen Migration, Lebensqualität, soziale/demokratische Innovation und Innovationsakzeptanz (mit Rückgriff auf Joseph A. Schumpeter).

 

DEMOKRATIE ALS REVOLTE (BASIEREND AUF ALBERT CAMUS):

In meiner Arbeit über Demokratie gehe ich davon aus, dass der Mensch von Natur aus nach Freiheit strebt, gleichzeitig aber auch ein Bedürfnis nach Sicherheit und Konformität hegt. Die Demokratie als Regierungs- und als Lebens- oder Interaktionsform muss in erster Linie die gleiche Freiheit der Individuen ermöglichen. Revoltieren und Nein sagen zu können, ohne sanktioniert zu werden, in Widerspruch und Dialog eintreten sowie Zweifel und Kritik äußern zu können, sind die wesentlichen Voraussetzungen für Demokratie. Diese Voraussetzungen werden in demokratischen Staaten und Organisationen über Parlamente oder andere Gremien institutionalisiert und gelten im zwischenmenschlichen Bereich als Merkmale gleichberechtigter und herrschaftsfreier Kommunikation. Ihr Gegenteil sind diktatorische, autoritäre Formen des Regierens bzw. des zwischenmenschlichen Umgangs. Eine meiner Thesen dazu lautet, dass wir in unseren alltäglichen Lebenswelten, in Schulen, Unternehmen usw. keine adäquate und ausreichende Übersetzung demokratischer Prinzipien vorfinden. Die Grundannahmen habe ich in einem Artikel in Leviathan - Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft dargelegt. Derzeit arbeite ich an einem Buch Demokratie als Revolte, das 2016 erscheint.    

 

JOSEPH SCHUMPETERS DEMOKRATIE- und INNOVATIONSTHEORIE:

In meiner Diplomarbeit mit dem Titel "Joseph Schumpeters Demokratietheorie und die spanische Transition" (in einer Kurzfassung veröffentlicht in der Schriftenreihe des Salzburger Instituts für Politikwissenschaft 2001) habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob die Schumpeter'sche Theorie der Demokratie als reine Methode zur Elitenauswahl auf den empirischen Fall der spanischen transición von der Franco-Diktatur zur Demokratie anwendbar ist. Schumpeters Theorie, die in der Zwischenkriegszeit entstand, hat die Zivilgesellschaft in der modernen Demokratie unterschätzt und weitgehend ausgeklammert. Auch im Fall Spaniens, der als elitengeleiteter Übergang gilt, spielten zivilgesellschaftliche Akteure allerdings eine bedeutende Rolle. Neben seiner einflussreichen Demokratietheorie hat Schumpeter ganz maßgeblich den Begriff "Innovation" geprägt. Dabei interessiert mich v.a. wie Innovationen entstehen, welche demokratische Legitimationsbasis sie benötigen und wie man Innovationsakzeptanz erreichen kann.

 

EUROPAS VERGESSENE ÖFFENTLICHKEIT (2001-2003):

In meiner Dissertation über die Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit habe ich die Voraussetzungen für eine Demokratisierung der EU untersucht. Die Arbeit wurde 2008 unter dem Titel "Europas vergessene Öffentlichkeit: Perspektiven einer Demokratisierung der Europäischen Union" im Peter Lang Verlag veröffentlicht: "Die Demokratisierung der Europäischen Union hängt eng mit der Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit zusammen. Auf dem Weg zu einer solchen gibt es aber bedeutende Hindernisse und stets neue Rückschläge. Der Autor beschreibt, wie das Vergessen der europäischen Öffentlichkeit nach und nach zu einem Demokratie- und Legitimationsdefizit der EU geführt hat. Dabei analysiert er die politische und akademische Verfassungsdebatte, vergleicht die Berichterstattung verschiedener Medien über Europa und untermauert durch Interviews die Probleme der europäischen Parteien und Interessengruppen. Am Ende steht die Einschätzung, dass es bis heute an den Voraussetzungen mangelt und dass die europäische Öffentlichkeit mit dem Vertrag von Lissabon wiederum in Vergessenheit geraten ist."

 

EUROPÄISCHE ÖFFENTLICHKEIT IM KONSTITUTIONELLEN PROZESS (2004-2006):

Die Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit habe ich im Anschluss an meine Dissertation auch in weiteren Publikationen und Projekten untersucht, u.a. an der Österreichischen Akademie der Wissenschaft (Institut für Europäische Integrationsforschung) in einem vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung geförderten Projekt mit dem Titel "The emergence of a European Public Sphere". Die Ergebnisse wurden 2009 in einem Sammelband im Campus Verlag veröffentlicht: "Democracy Needs Dispute" (hrsg. mit Cornelia Brüll und Monika Mokre). Zum Thema erschienen außerdem der Buchartikel "Europäische Öffentlichkeit im konstitutionellen Prozess" und "The European Union: From Schumpeterian Democracy to a European Public Sphere" im Turkish Journal of International Relations (siehe Publikationsliste).

 

EUROBAROMETER UND DIE EUROPÄISCHE ÖFFENTLICHKEIT (seit 2006):

Die Beschäftigung mit Fragen der europäischen Öffentlichkeit haben danach auch zur intensiven Auseinandersetzung mit Instrumenten der Umfrageforschung, insbesondere dem Eurobarometer, geführt. Zur Verwertung von Umfragedaten und ihrer demokratiepolitischen Rolle entstanden u.a. die Artikel "Eurobarometer und die Konstruktion eines europäischen Bewusstseins" (Österreichische Zeitschrift für Soziologie), "Die Eurobarometermacher auf der Zauberinsel" (SWS-Rundschau) sowie die Monographie "Methodik und Methodologie interkultureller Umfrageforschung" (gemeinsam mit Reinhard Bachleitner, Martin Weichbold und Wolfgang Aschauer).

 

LEBENSQUALITÄT UND PARTIZIPATION (seit 2007):

Seit meinem Eintritt in das Zentrum für Zukunftsstudien der FH Salzburg (2007) habe ich an mehreren Publikationen und Projekten zu Fragen der Lebensqualität mitgewirkt und mich dabei insbesondere mit der Bedeutung von Partizipation im politischen und sozialen Bereich befasst. Neben einer Monographie und einem Sammelband sind dazu mehrere Artikel in internationalen Journals und in Büchern entstanden sowie Projekte auf regionaler Ebene (Bundesland Salzburg). 

 

MIGRATION, DEMOKRATIE UND GOVERNANCE (seit 2012):

Mit der Einwerbung eines EU-Projekts gelang es 2012, am Zentrum für Zukunftsstudien einen Migrationsschwerpunkt zu etablieren. Seither sind mehrere Projekte und Publikationen zum Thema erarbeitet worden. Mein besonderes Interesse gilt in diesem Zusammenhang wiederum den Auswirkungen von Migration auf die Demokratie sowie der Partizipation zugewanderter Personen. Die Herausforderungen von Zu- und Abwanderung für die politischen Systeme und Gesellschaften Europas sind vielfältig. Eine der größten besteht in der Anpassung repräsentativ-demokratischer Abläufe und Strukturen an neue pluralistische Verhältnisse. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit Fragen der Governance in Zusammenhang mit Migration.

 

FORSCHUNGSPROJEKTE:

Lebensqualität und Innovation im Bundesland Salzburg (Projektleiter)

Forschungsprojekt, gefördert vom Bundesland Salzburg, zur Entwicklung einer Indikatorik für regionales Well-Being und Innovation, 2014-2016.

Politische Partizipation im Bundesland Salzburg (Koordination des Arbeitspakets)
Arbeitspaket des ZfZ-Projekts Salzburg 2025, gefördert vom Bundesland Salzburg, 2011-2014.

WOMIG: Die Wohnsituation von Menschen mit Migrationshintergrund im Bundesland Salzburg (Projektleiter)

Forschungsprojekt, gefördert von der AK Salzburg, 2014.

The Future of Europe 
Eigenprojekt: Studie zu den Europawahlen und Zukunfts-Szenarien der Europäischen Union, u. a. mit einer Umfrage unter EU-Abgeordneten zu den Themen Demokratisierung und Sozialpolitik in Europa. Herausgabe eines Special Issue des European Journal of Futures Research: www.ejfr.eu, 2014.


MMWD: Making Migration Work for Development (Projektkoordinator ZfZ Salzburg, Coordinator Work Package 3)
EU-Projekt mit Szenarien über die demographische Entwicklung und die Integration von MigrantInnen in den Regionen Südosteuropas, von Österreich über Italien und den Balkan bis Griechenland. Erstellung von Migrations- und Policy-Szenarien für die Stadt Wien, 2012-2014.

MMWD


Gesundes Salzburg 2010 Evaluation (Koordinator Evaluation)
Evaluation und wissenschaftliche Begleitung des Projekts Gesundes Salzburg 2010 (AVOS), gefördert vom Fonds Gesundes Österreich, 2008-2010.

Fit fürs Leben Evaluation (Koordinator Evaluation)
Evaluation und wissenschaftliche Begleitung des Projekts Fit fürs Leben (ASKÖ Salzburg) gefördert vom Fonds Gesundes Österreich, 2007-2010.

Eurobarometer und die Konstruktion eines europäischen Bewusstseins
Eigenprojekt: Analyse des Eurobarometer in Hinblick auf Entstehung, Rezeption und Verwertung, 2006-2008.

The Emergence of a European Public Sphere (Projektleiter)
Projekt im Rahmen des Programmes New Orientations for Democracy in Europe des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, durchgeführt an der Austrian Academy of Science, Institute for European Integration Research, Vienna, 2005-2006.

EUFLEX: Flexible Integration in the field of European Foreign and Security Policy (Projektmitarbeiter)
Projekt, gefördert vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, durchgeführt von der Austrian Academy of Science, Institute for European Integration Research and Department of Political Science and History University Salzburg, Salzburg/Vienna, 2004.

Jean-Monnet Modul European Union Studies (Koordinator)
Koordination eines Jean-Monnet Moduls, gefördert von der EU, an der Universität Salzburg, FB für Geschichte und Politikwissenschaft, 2003-2004.

Ringvorlesung Europa - Quo Vadis (Koordinator)
Koordination einer Ringvorlesung und einer Publikation am FB Geschichte und Politikwissenschaft der Universität Salzburg, gefördert von der Batliner-Stiftung, 2003-2004.

Erasmus Programm (Co-Koordinator)
Stellvertrende Koordination des Erasmus-Programms der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Salzburg,
gefördert von der EU, 2003-2004.

Auf dem Weg zu einer europäischen Öffentlichkeit?
Perspektiven einer Demokratisierung der Europäischen Union
Dissertationsprojekt, Salzburg/Granada/Brüssel 2001-2003

Joseph Schumpeters Demokratietheorie und die spanische Transition
Diplomarbeitsprojekt, Salzburg/Granada 2000-2001.



 



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